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Die Orgel
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Manual		Rückpositiv		Pedal  Prinzipal	(8‘)	Koppelprinzipal	(8‘)
Die Kindler-Orgel

1438 ist erstmals von einer Orgel in der
Herrschafts- und Stadtkirche zur Schönen
Unserer Lieben Frau die Rede. 1440 wird eine
Herzogliche Stiftung über  500 Rheinische
Gulden für eine neues großes Instrument
bereitgestellt(1). Ob das Projekt realisiert wurde,
steht dahin. Wahrscheinlich 1509/ 1510
errichtete Hans Kindler an der Nordwand neben
der Sakristei eine Orgel, die der Rothenburger
Organist Nikolaus Strebel 1510 in hohen Tönen
pries: „hab ich so gut orgell vnd flyetten nitt mer
geherrt vnnd ... der mayster ... ist beremptt  für
ander mayster.“(2) Kindler  dürfte sich gegen
1500 in Ingolstadt niedergelassen haben, er
zählte zu den bedeutendsten Orgelbauern
seiner Zeit in Süddeutschland. In Ingolstadt
fertigte er auch Instrumente für die Spitalkirche
(1502) und für St. Moritz (1500/1508)(3). Die
Fotographie einer Prospektzeichnung der
Kindlerorgel ist erhalten(4). Um eine Vorstellung
der möglichen Disposition zu vermitteln, sei hier
der Registerfundus des Instrumentes angeführt,
das Kindler 1510 für St. Jakob in Rothenburg
schuf (5):
Die Orgel im Schwalbennest
Die Kindler-Orgel
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In den folgenden Jahrzehnten erfahren wir von kleineren und größeren Reparaturen
(6).

1) Siegfried Hofmann, Organisten, in: Musik in Ingolstadt, Ausstellungskatalog Ingolstadt 1984  (Sammelblatt des
Historischen Vereins Ingolstadt, 93. Jg. 1984), S. 83.

2) Zitiert nach: Theodor Wohnhaas und Hermann Fischer, Die Rothenburger Orgeltrias im Spiegel der
mainfränkischen Orgelbaugeschichte, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 26, 1964, S. 243.

3) Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas, Lexikon süddeutscher Orgelbauer, Wilhelmshaven 1994 (Taschenbücher
zur Musikwissenschaft, 116), S.194.

4) Stadtarchiv Ingolstadt.

5) Hans Klotz, Über die Orgelkunst der Gotik, der Renaissance und des Barock, Kassel 1986, S. 78.

6) Siegfried Hofmann, Templum academicum - Die Kirche zur Schönen Unserer Lieben Frau. Materialien zur
Geschichte der Ausstattung des Ingolstädter Münsters, in: SHVI 81 (1972), S. 161f.